FAQ Antwort

Wie wird Papier hergestellt?

Die Geschichte von Papier:

Die ersten Schreibpapiere wurden im alten Ägypten aus Papyrus, der königlichen Pflanze Ägyptens, hergestellt.


Papyrus Plant

Die Papyrusstängel wurden in hauchdünne Streifen geschnitten, übereinandergelegt und unter Druck zusammengepresst. Dadurch wurden die Streifen in ein dünnes, glattes, dauerhaftes laminiertes Material verwandelt, das aber noch nicht ganz Papier war.

Making Papyrus

Papier und Papyrus sind nicht identisch, werden aber häufig verwechselt, da das Wort Papier vom ägyptischen Wort für Papyrus, „Pa-prro“ abgeleitet wird.

Die echten Wurzeln von Papier liegen in China, wo kein Papyrus wuchs. Die alten Chinesen begannen damit, gewebte Textilien als ihre Schreiboberflächen zu verwenden und entwickelten eine auf Pinsel und Tinte basierende Kalligrafie. Bücher und Buchrollen wurden manuell aus gewebten Textilien hergestellt. Nach dem Zuschneiden für die Bücher und Rollen blieben noch viele Reste übrig.

Im Jahr 105 AD entwickelte Ts‘ai Lun die Idee, die Alttextilien zu Fasern zu verarbeiten, sie in Wasser einzuweichen und sie wieder zu Bögen zu verweben. So entstand das Grundprinzip der Papierherstellung.

Das Verfahren zur Papierherstellung verbreitete sich nur sehr langsam. Es dauerte über 1.000 Jahre, bis es Europa erreichte.


Papermaking Timeline

Erst 1789 erarbeitete der Franzose Nicholas Louis Robert das Konzept für die erste Papierherstellungsmaschine. Aufgrund der französischen Revolution konnte Nicholas seine Pläne für die Entwicklung der Maschine nicht verwirklichen, und er sandte seine Idee und sein Konzept an seinen Schwager in England. Hier wurde 1803 die erste Papierherstellungsmaschine entwickelt. Henry und Sealy Fourdrinier haben das Projekt finanziell getragen und enthusiastisch gefördert, und die Langsiebmaschine trägt im englischsprachigen Raum noch heute den Namen Fourdrinier-Maschine. Sie wurde zum Standarddesign für Langsiebmaschinen, welches sich bis heute kaum verändert hat.

Fourdrinier

Das Papierherstellungsverfahren

Das Grundprinzip der Herstellung und Formung von Papier hat sich nicht geändert, seit Ts‘ai Lun das Verfahren vor beinahe 2000 Jahren erfunden hat. Holz oder Baumwollfasern werden in ihre Fasern verarbeitet, die Fasern mit Wasser verdünnt, um den Zellstoff zu erzeugen, und dann in ein Reservoir gegeben.

Pulp Reservoir

Der Zellstoff wird dann im einem kontinuierlichen Fluss über einem sich bewegenden Langsieb verteilt. Das Langsieb wird mechanisch von Seite zu Seite gerüttelt, um den Zellstoff gleichmäßig auf dem Sieb zu verteilen und das Wasser abzuscheiden. Sauger unter dem Sieb dienen dazu, das überschüssige Wasser zu entfernen.

Pulp on Wire

Der Zellstoff wird dann auf einer gewebten Filzdecke durch eine Presse gerollt, um noch mehr Wasser zu entfernen. Je nach Webtextur und Lage der Filzdecke unterscheidet sich die fertige Struktur des Papiers. Für Aquarellpapiere wird beispielsweise ein sehr stark strukturierter Filz verwendet, während bei Zeichen- und Skizzenpapieren der Filz sehr glatt ist. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die Fasern ausreichend verbunden und das Papier ist so weit getrocknet, dass es dampfbeheizte Zylinder durchläuft.

Im nächsten Schritt wird das Papier durch ein Leimungsbad gezogen, um die Eigenschaften des Bogens zu verbessern. Ohne die Leimung würde das Papier wie Löschpapier reagieren. Die Leimung versiegelt die Einzelfaser oder die ganze Struktur, um Wasser abzuwehren. Die Leimungsmenge wird je nach Papierqualität angepasst. Beispielsweise werden Zeichenpapiere stärker geleimt, damit kein Wasser eindringen kann, während bei Aquarellpapier ein anderer Ansatz erforderlich ist. Hier muss Wasser absorbiert werden können, jedoch noch eine interne Barriere bewahrt werden.

Sizing Bath

Nach dem Leimungsbad wird das Papier erneut getrocknet. Zu diesem Zeitpunkt erfolgen je nach Papiertyp verschiedene Veredelungsverfahren. Beim Satinieren durchläuft das Papier in einem Kalander große Walzen, die die endgültige Glattheit der Papierbahn bestimmen. Der Satinierungsgrad kann eingestellt werden, was die Glätte der Bahn ändert.

Calendar Stack

Für besonders glatte Bahnen haben wir bei Strathmore einen besonderen Prozess, den wir unseren hochwertigen Bristolpapieren aus 100 % Baumwolle vorenthalten. Wir legen das Bristolpapier zwischen Bleche, die zwischen den Walzen hin- und herbewegt werden. Dieser Prozess ist als Plattierung bekannt, und daher heißen unsere ultraglatten Bristolpapiere der 500 Serie „Bristol Plate“.

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